Fliegen mit Baby und Kind nach Thailand: Kinderpreise, Airlines und die Fehler, die richtig Geld kosten.
Nach über 20 Flügen mit unseren Kindern wissen wir: Die Angst vor dem Langstreckenflug ist lösbar, und vieles entscheidet sich schon bei der Buchung. Hier steht, was Kinder wirklich kosten, welche Airline zu eurem Kinderalter passt und wo Familien beim Buchen Geld verlieren.
In Teil 1 ging es um realistische Preise und die großen Sparhebel. Jetzt wird es konkret: die Regeln für Babys und Kinder, der Airline-Vergleich aus Familiensicht und die Buchungsfehler, die uns aus der Community immer wieder erreichen.
Was Babys und Kinder im Flieger wirklich kosten
Baby unter 2 Jahren ohne eigenen Sitz: Das Baby reist auf eurem Schoß und zahlt bei vielen Airlines rund 10 Prozent des regulären Tarifs, teils kommen Steuern und Gebühren dazu. Der Preis ist verlockend, aber rechnet ehrlich: kein eigener Platz, wenig Raum, und über zehn Stunden wird das anstrengend. Kalkuliert vor der Buchung beide Varianten, mit und ohne eigenen Sitz.
Kinder von 2 bis 11 Jahren: Eigener Sitzplatz ist Pflicht. Viele Airlines nennen einen Kindertarif von etwa 75 Prozent des Erwachsenenpreises, aber Steuern, Gebühren, Gepäck und Sitzplatzreservierungen bleiben oft voll bestehen. Plant deshalb konservativ mit fast vollen Tickets, dann gibt es keine böse Überraschung.
Ab 12 Jahren: Bei den meisten Airlines zählt euer Kind tariflich als Erwachsener.
Bassinet, Zusammensitzen, Buggy: die drei Dinge, die ihr vor der Buchung klärt
Bassinet: Die Babybettchen an der Trennwand sind begrenzt und nie garantiert, und die Grenzen unterscheiden sich deutlich je Airline: Lufthansa nennt etwa 8 Monate, 11 Kilo und 67 Zentimeter, Thai Airways nur rund 6 Monate. Wir hatten das Bassinet selbst schon im Einsatz, mit kleinem Baby lohnt es sich sehr. Bei unserem Thai-Airways-Flug mit Tommi ging es dann nicht mehr, weil er über der Altersgrenze lag. Und der wichtigste Tipp aus unserer Erfahrung: Ruft die Airline an. Egal bei welcher Gesellschaft, das Bettchen bekommt ihr praktisch nur am Telefon zugesagt, nicht über Formulare. Fragt direkt nach der Buchung an, bei der Airline, die den Flug wirklich durchführt, und lasst euch die Zusage schriftlich bestätigen.
Zusammensitzen: Verlasst euch nicht darauf, dass ihr automatisch nebeneinander sitzt. Viele Airlines versuchen, Kinder neben eine Begleitperson zu setzen, garantieren aber nichts, und die Wunsch-Sitzreihe kostet oft extra. Unsere Erfahrung aus über 20 Flügen: Wir haben immer ohne Aufpreis zusammengesessen, weil wir die Plätze direkt nach der Buchung online in der Buchungsverwaltung reserviert haben, bei unseren Airlines bisher kostenlos. Macht das so früh wie möglich, dann sind Fensterreihen für die Familie noch frei. Die EU hat im Juli 2026 kostenfreies Zusammensitzen für Kinder unter 14 beschlossen, diese Regel gilt aber noch nicht für aktuelle Buchungen. Rechnet mögliche Sitzplatzkosten deshalb weiter in den Preisvergleich ein.
Buggy und Kindersitz: Die meisten Airlines nehmen einen zusammenklappbaren Kinderwagen oder Kindersitz pro Kind kostenlos mit, für Babys ohne eigenen Sitz gibt es oft rund 10 Kilo Aufgabegepäck dazu. Klärt vorher, ob ihr den Buggy bis ans Gate nehmen dürft und wo ihr ihn nach der Landung zurückbekommt, am Gate oder erst am Gepäckband. Unsere Lösung: Wir haben uns den Stokke YOYO gekauft, weil er Kabinengröße hat und bei unseren Flügen kostenlos als zusätzliches Handgepäck mit an Bord durfte. Kein Warten am Band, kein Verladerisiko, und am Umsteigeflughafen sind wir sofort mobil. Und bestellt das Kindermenü vor, bei manchen Airlines mit Frist von 24 bis 72 Stunden, von allein kommt es nicht.
Welche Airline mit Kindern? Der ehrliche Vergleich
Ab Frankfurt fliegen Thai Airways und Condor nonstop nach Bangkok, dazu kommen die starken Ein-Stopp-Verbindungen über die Golf-Drehkreuze und Istanbul. Mit fast allen dieser Airlines sind wir selbst mit den Kindern geflogen. So schneiden sie aus Familiensicht ab:
| Airline | Route | Familiensicht |
|---|---|---|
| Thai Airways | nonstop FRA–BKK | Beste Komfortoption ohne Umstieg, in Familienbewertungen loben Eltern Crew und Ablauf. Nicht durchgehend top, aber mit Baby unsere erste Wahl. |
| Condor | nonstop FRA–BKK | Oft der günstigste Direktflug. Genau rechnen: Einstiegstarife können ohne Gepäck und Sitzplätze kommen, vier Reservierungen treiben den Preis. |
| Emirates | über Dubai | Stärkste Familienausstattung, 2025 auf Platz 3 der familienfreundlichsten Airlines. Aber: Sitzplätze früh verbindlich sichern, es gibt Berichte über getrennte Familien. |
| Qatar Airways | über Doha | 2025 zur besten Airline der Welt gewählt, Doha ist ein übersichtlicher Umsteigeflughafen. Mit Baby die Bassinet-Zusage schriftlich geben lassen. |
| Etihad | über Abu Dhabi | Häufig günstiger als Emirates und Qatar bei kompaktem Flughafen und kurzen Umstiegen. Unser Preis-Leistungs-Tipp. |
| Turkish Airlines | über Istanbul | Solide Preise, Gepäck meist inklusive. Unsere Kinder bekamen an Bord jedes Mal einen Rucksack mit Spielzeug, dazu Kinderfilme und Serien im Bordkino. Aber: Der Flughafen Istanbul ist riesig, mit kleinen Kindern nur mit mindestens zwei Stunden Umstiegszeit buchen. |
Als Kurzfassung: Mit Baby oder Kind unter 4 sprechen Logistik und Nerven für den Nonstopflug, also Thai Airways oder Condor, danach Emirates. Mit Kindern ab etwa 5 dreht sich das Bild, dann punkten Emirates und Qatar mit Entertainment und Service, und der Umstieg wird zur willkommenen Pause. Die Faustregel aus Teil 1 gilt auch hier: Bis 150 Euro Mehrpreis pro Person lohnt der Direktflug fast immer, ab 350 Euro ist die gute Ein-Stopp-Verbindung meist wirtschaftlicher.
Getrennte Tickets: die teuerste Falle
Zwei separate Buchungen, etwa Langstrecke nach Bangkok plus billiger Inlandsflug nach Samui, sehen in der Suchmaschine oft günstiger aus. Das Risiko tragt ihr: Verspätet sich der erste Flug, muss euch die zweite Airline nicht kostenlos umbuchen. Ihr holt das Gepäck ab, checkt neu ein und wechselt in Bangkok schlimmstenfalls zwischen den Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang, quer durch die Stadt. Verpasst ihr den Anschluss, zahlt ihr neue Tickets und ein Hotel, mit müden Kindern im Gepäck.
Bei Anschlussflügen auf einer Buchung seid ihr dagegen geschützt, das Gepäck wird durchgecheckt und die Airline kümmert sich bei Verspätungen. Unsere Regel: Anschlüsse auf ein Ticket, und wenn es doch getrennte Buchungen sein müssen, plant einen großen Puffer ein, notfalls mit bewusster Übernachtung in Bangkok.
Die häufigsten Buchungsfehler aus unserer Community
- Namen nicht exakt wie im Reisepass eingetragen.
- Das Alter der Kinder am Rückflugtag übersehen.
- Kostenloses Familiengepäck und Zusammensitzen einfach vorausgesetzt.
- Den Billigtarif gebucht, der nach Gepäck und Sitzplätzen teurer ist als der Standardtarif.
- Nicht geprüft, welche Airline den Flug wirklich durchführt (Codeshare).
- Einen selbst organisierten Anschluss nicht als solchen erkannt.
- Den letzten Anschlussflug des Tages zu knapp geplant.
- Storno- und Umbuchungsregeln nicht gespeichert.
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